Grundsätzlich versteht sich „theater oder!?“ als Kompanie, in der nicht nur gearbeitet und gespielt, sondern auch gelebt, gestritten und geliebt werden soll. Neben der Proben- und Schauspielarbeit gibt es noch zahlreiche andere Betätigungsfelder, in die jeder seine individuellen Fähigkeiten und Talente mit einbringen kann. So wird beispielsweise die komplette Ausstattung der Produktionen von den Gruppenmitgliedern hergestellt, Werbung und Finanzierung selbst bestritten und eine Menge mehr. Basis für ein hohes Maß an Qualität sind zwei wesentliche Punkte: Eine (fast) professionelle Ausstattung – also Kostüme, Bühne, Make-up, Technik – und ein gut geschultes Ensemble. Um letzterem gerecht zu werden, finden neben reinen Szenenproben eine Vielzahl von Technikproben und Trainings statt, die aus dem Potential, was jeder in die Gruppe mitbringt, erleb- und nutzbares Repertoire machen. Natürlich kann und soll die Theaterarbeit der Kompanie nicht eine professionelle Schauspielausbildung ersetzen; allerdings ist es dem Ensemble nach wie vor wichtig, für das Publikum spürbar „gutes Theater zu machen“, und nicht „für eine Amateurtheatergruppe gar nicht so schlecht“ zu sein. Deshalb erscheint es auch notwendig, die wesentlichen Techniken und Fähigkeiten des Schauspielhandwerkes zu erlernen und immer weiter auszubauen und zu festigen. (Basis bilden Werk und Wirken Stanislawskis) Die Produktionen sollen auf die für das Theater typische kunstvolle Weise zum Denken und Verstehen anregen, aber ebenso in ästhetischer Hinsicht unterhalten und zum Genießen und Entspannen einladen – Kultur muss nicht unbedingt anstrengend sein. Und so findet man in den Inszenierungen das, was man sucht: Reine Unterhaltung, Kunstgenuss oder eben beides zugleich. Dieser hohe Qualitätsanspruch bedeutet natürlich ein weitaus intensiveres Arbeiten als in einer herkömmlichen Theatergruppe, so bleiben Konfrontationen und Fehlleistungen nicht aus. Aber auch in Konfliktsituationen und bei persönlichen Problemen kann das Ensemble ein wichtiger Puffer sein. So leben inzwischen einige Gruppenmitglieder in Wohngemeinschaften zusammen, und es finden auch außerhalb der regelmäßigen Planung zahlreiche Treffen statt. |